Geschichte des Olivenbaumes und des Olivenöls

Was die Mittelmeeranwohner schon seit Jahrtausenden reichlich genießen, haben viele deutsche Verbraucher erst im Urlaub kennen gelernt: Das wohlschmeckende und gesunde Olivenöl. Und wer im Ferienland auf den Geschmack gekommen ist, will nun auch zu Hause nicht mehr darauf verzichten.
Der Verbrauch hat sich in den letzten 9 Jahren bei uns mehr als verdreifacht, ist allerdings im Vergleich mit anderen Ländern immer noch bescheiden. Doch das Interesse an dem Produkt mit dem unvergleichlichen Geschmack wächst stark. Die Konsumenten wollen sich immer gesünder und gleichzeitig geschmacksreich ernähren. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen die ernährungsphysiologischen Werte von Olivenöl bei ständig steigender Akzeptanz des typischen Olivenölgeschmacks.
Die Vorteile von Olivenöl erschließen sich jedoch nicht jedem Verbraucher auf den ersten Blick, zumal das Etikett wenig über den Geschmack sagt. Der Handel kann und soll deshalb die Kunden umfassend über das geschmackreiche Öl informieren. Das setzt aber Wissen voraus. In dieser "Website" finden Sie alles zum Thema Olivenöl und darüber hinaus viele Tipps und Anregungen.


Der Olivenbaum bedeutet Leben und Frieden

Rund ums Mittelmeer wächst ein Baum, der Millionen Menschen seit Jahrtausenden ihr Einkommen sichert: Der Olivenbaum mit seinen Früchten, aus denen das gesunde, überaus vielseitig verwendbare Olivenöl gewonnen wird.
Vor 5000 Jahren schon gab es auf Kreta großflächige Olivenhaine, die der Insel zu ihrem damaligen Reichtum verhalfen. Auch bei den Ägyptern, Hebräern und Griechen war der Olivenbaum bekannt. Er spielte als Nahrungsquelle bei den Völkern der Antike eine bedeutende Rolle. Vor allem die Griechen verehrten ihn. Der Göttin Pallas Athene war das Olivenöl heilig. Sie hatte ihren Bruder Poseidon in einem Wettstreit besiegt. Sieger dieses Wettstreits sollte sein, wer dem Menschen die beste Gabe brachte. Poseidon ließ eine Salzwasserquelle entspringen - Athene schenkte den Olivenbaum.
In Olympia zierte ein Ölbaum die Wettkampfstätte, und den Siegern winkte ein Kranz aus Olivenzweigen. Vor dem Kampf massierte man die Athleten mit Olivenöl, dem Sieger überreichte man eine Amphore mit Öl.
Neben der Verwendung zu fast allen Speisen hatte das Olivenöl eine hohe Bedeutung als Salböl und wurde als Heilmittel für mancherlei Beschwerden benutzt.
Der Ölzweig gilt nach wie vor als Friedens-Symbol und mit Olivenöl wird in Griechenland jeweils das Feuer für die Olympischen Spiele entzündet. So wirkt heute noch immer die große Verehrung, die der Ölbaum früher genoss.


Alt, knorrig und immergrün

Der Olivenbaum gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Sein Ursprung liegt in der Gegend des östlichen Mittelmeeres. Von dort verbreitete er sich rund um die Welt. Während er zur Zeit der Jahrtausendwende schon im ganzen Mittelmeerraum beheimatet war, kam er erst im 16. Jahrhundert nach Mittel- und Südamerika. Heute wächst er weltweit zwischen dem 25. Breitengrad südlich und 45. Breitengrad nördlich. Doch nach wie vor ist der Mittelmeerraum das klassische Anbaugebiet, wo über 75% der Weltolivenölproduktion erfolgt.
Ein Olivenbaum kann bis 1000 Jahre alt und bis zu 20 Meter hoch werden. Er liebt die klimatisch günstigen Zonen des Mittelmeerraumes mit viel Sonne, mäßig Regen und wenigen frostigen Tagen. An den Boden stellt er keine großen Ansprüche und gedeiht sowohl in der Ebene als auch im Hügelland bis zu einer Höhe von etwa 600 m. Darüber ist es ihm zu rau und im Winter zu kalt.
Über 150 Arten von Olivenbäumen gibt es, die Früchte verschiedener Größe und Form hervorbringen. Bei guten Voraussetzungen blühen die immergrünen Pflanzen nach fünf Jahren das erste Mal. Die kleinen weißlich-gelben Blüten verströmen einen angenehmen Duft. Nach dem Bestäuben durch den Wind bilden sich im Laufe der Sommermonate die Früchte. Sie sind zuerst hellgrün and reifen dann zu dunkelvioletten Oliven heran. Je nach Baumart beginnt der Ertrag nach 7 bis 15 Jahren.
Neuere Olivenbaumkulturen halten die Bäume buschiger und niedriger, weil dadurch die aufwändige Ernte wirtschaftlicher wird. Bewässerungssysteme gleichen natürliche Wassermängel aus und sorgen für eine gleichmäßigere Fruchtqualität. Trotzdem ist die Ernte nicht jedes Jahr gleich üppig. Diese so genannte "Wechseljährigkeit der Produktion" benötigt der Baum, damit er wieder zu Höchsterträgen fähig ist. Wichtig und arbeitsaufwändig ist auch die Pflege der Bäume, denn die Kraft der Sonne soll alle Oliven erreichen. So kann ein beschnittener Baum jedes Jahr bis zu 20kg Oliven tragen.
